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Über den Autor:

Dr. Volker Prescher, Jahrgang 1967, ist Inhaber einer Kunstgalerie für Kunsthandwerk und volkstümliche Kunst in Miltenberg, Churfranken. Nach dem Abschluss einer technischen Ausbildung hat der Autor sich intensiv in einer Vielzahl von Kunst- und Handwerkstechniken weitergebildet, die er erfolgreich in seinen Illustrationen, Bildern und Arbeiten anwendet. Erstmals werden in diesem (Vor)lese- und Ausmalbuch für Kinder die lebendigen Acrylzeichnungen mit einfühlsamen und spannenden Texten zu einem aufregenden und phantasievollen Kinderbuch zusammengeführt.

Über das Buch:

Stoffhund Franzl darf nicht mit auf den Familienausflug. Die Kinder sind älter geworden und ein Stoffhund ist zu Hause okay, aber unterwegs total uncool. Eigentlich ist Franzl traurig, dass er allein daheim ist. Dann aber wird ihm klar, dass er jetzt endlich alle die Dinge ausprobieren kann, die ihm sonst verboten sind. Einer der aufregendsten Tage in Franzls Leben beginnt und als die Familie am Abend heimkehrt, sitzt er zwar wieder an der gleichen Stelle brav auf dem Sofa – die Spuren seiner durchlebten Abenteuer konnte er aber doch nicht vollständig verbergen.

Ein Buch zum Vorlesen, Lesen, Betrachten oder Ausmalen in zwölf ereignisreichen Kapiteln mit vielen farbigen Zeichnungen und Vorlagen.

Für meinen Stiefenkel Daniel

„Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.“

Kurt Tucholsky

Volker Prescher

Franzl allein daheim

Illustriertes (Vor)lese- und Ausmalbuch

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© 2017 Dr. Volker Benjamin Prescher

Umschlag, Illustrationen: Dr. Volker Benjamin Prescher

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback ISBN 978-3-7439-1929-7
Hardcover ISBN 978-3-7439-1930-3
e-Book ISBN 978-3-7439-1931-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Allein daheim

Drück und Wisch

Alles Grün

Salami

Plopp-Zisch

Mittagsschlaf

Rasierer

Tauchgang

Kaninchen

Schlittenfahrt

Klimperkasten

Hieroglyphen

Heimkehr

Wo ist was passiert?

Ausmalvorlagen

Vorwort

Für die meisten Erwachsenen haben Stofftiere keine Seele und sind auch nicht lebendig. Für Erwachsene besteht das Stofftier eben nur aus Stoffstücken, zusammengenäht, auf rechts gedreht und mit Füllmaterial ausgestopft. Das ist bei Kindern ganz anders. Ihre Lieblingsstofftiere sind Tröster, Begleiter, Beschützer und bester Freund oder Freundin. Das Stofftier hört immer geduldig zu, es hat unendliches Verständnis und man kann mit ihm lange Zwiegespräche führen. Es trocknet die Tränen, es freut sich mit, es hat nie schlechte Laune, kann über alle Geheimnisse schweigen wie ein Grab und ist ein zuverlässiger Begleiter in allen Lebenslagen und Ländern. Im Lauf der Zeit altert das Stofftier sogar sichtbar und bleicht aus, bekommt Falten oder Fuseln, vielleicht geht eine Naht auf, die Mama in einer kleinen Operation wieder zunähen muss und es wirkt beinahe menschlich, dass die Zeit nicht spurlos am Stofftier vorbeigeht. Diese innige Beziehung zwischen Kind und Stofftier geht in der Regel nach und nach verloren, wenn das Kind älter wird, in die Pubertät kommt und die Interessen sich verschieben. Solange man aber noch klein ist und eine innige Beziehung zum Lieblingsplüschtier hat, weiß man eigentlich genau, dass es im Wortsinne nicht lebendig und beseelt ist. Man weiß als vernünftiges Kind durchaus, dass, zumindest theoretisch, das Lieblingsstofftier nicht herumrennt, redet oder alleine etwas unternimmt. Aber darf man sich da wirklich ganz sicher sein? So richtig 1.000 Prozent sicher? Und was macht das Stofftier eigentlich, wenn es alleine zu Hause ist? Wenn niemand überwacht, was es so treibt. Sitzt es den ganzen Tag wirklich nur reglos an genau der Stelle, wo Du es zurückgelassen hast? Nun, schauen wir mal, was Franzl so macht, wenn er allein daheim ist.

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Allein daheim

Jetzt ist es soweit. Franzl sitzt alleine im Wohnzimmer auf dem großen Sofa. Franzl ist ein ganz außerordentlich hübscher und schlauer Stoffhund. Er hat weiches, beiges Fell, dunkelrotbraune Schlappohren und eine große schwarze Nase, die immer ein wenig feucht glänzt. Zwei kohlenschwarze Knopfaugen sitzen recht eng beieinander in seinem helleren, fast weißen Gesicht und er scheint eigentlich immer zu lächeln. Franzl richtet sich vorsichtig ein wenig auf und schaut durch die halb durchsichtige Gardine aus dem Fenster. Er hört gedämpft die wohlbekannten Stimmen seiner Familie beim Beladen des Autos. Mama, Papa und die beiden Kinder, Katharina und Alexander, machen einen Ausflug. Franzl liebt seine Familie und die beiden Kinder ganz besonders. Er fühlt sich wie ein echtes Familienmitglied und er würde alles für sein Rudel tun. Er bewacht tags und nachts das Haus und ist immer sehr aufmerksam, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Leider hat sich das Zusammensein mit der Familie und den Kindern in den letzten Jahren allmählich gewandelt. Früher haben die Kinder Franzl überall begeistert mitgeschleppt. Im Rucksack, in der Badetasche oder einfach unter den Arm von Katharina geklemmt, konnte er überall und zu jeder Zeit dabei sein und an dem Familienleben intensiv teilhaben. Aber die Kinder werden natürlich auch älter und ihre Vorlieben und Interessen verschieben sich Stück für Stück. Unglücklicherweise scheint das Interesse an Franzl laufend abzunehmen, wie er sich leider eingestehen muss. Katharina ist jetzt 14 und Alexander 11 und da ist es wohl uncool, einen kleinen Stoffhund mitzunehmen. Und so sitzt Franzl auf der Lehne der Couch und schaut ein wenig wehmütig zu, wie die Familie voller Vorfreude ihren Ausflug beginnt.